Das unrühmliche Ende einer Erfolgsgeschichte

Im städtischen Strandbad wurde Florian Berndl als Oberbadewärter eingestellt. Die einen sehen darin eine Anerkennung seiner Leistungen, die anderen einen Racheakt des Magistrats für die erfolglosen 'Domestizierungsversuche' und einhergehenden Demütigungen der Behörde durch Berndls rhetorische Naturgewalten.

Der freiheitsliebende Querdenker als städtischer Bediensteter, das konnte nicht gut gehen. Prompt legte sich Berndl mit den Ärzten der Bäderverwaltung an, die ihm, dem erfahrenen Naturpraktiker, erklären wollten, wie sich die Badegäste richtig zu verhalten hätten. Das führte erst zur 'Degradierung' zum Kinderaufseher in der Kindererholungsstätte und in der Folge zur Anklage als 'Kurpfuscher' und zur Entlassung.

Auf dem Bisamberg unternahm Florian Berndl erneut einen Anlauf, sein Sonnenparadies 'Volkssemmering' hatte jedoch keinen Erfolg.

Das wirkte sich derart auf sein Gemüt aus, dass er lange verwirrt umherirrte, bis man ihn in Spitalspflege brachte.

 

Eingesperrt in den vier Wänden des Spitalzimmers geriet er in Panik und stürzte sich aus dem Fenster. Wenige Tage später erlag Berndl den Folgen seiner Verletzungen – und teilt nun das Schicksal mit so manchen 'Söhnen der Stadt', die posthume Anerkennung und ein Grab am Wiener Zentralfriedhof.



 

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