Die Wiener und ihr Original

Florian Berndl galt für viele als Sonderling, besonders in der damaligen konservativ-bürgerlichen Wiener Gesellschaft, die sittliche Moral propagierte und ein körper-, sinnes- und sexualfeindliches Klima bewirkte.

Er selbst sah sich wohl eher als Individualist, als ein mit beiden Beinen fest im Leben verankerter Naturmensch in einer ver-rückten Gesellschaft. Er war kein Feingeist, der visionäre Theorien spann, vielmehr ein Mann der Tat, der nicht lange zögerte und die Sache einfach anpackte!

Berndl war auch ein mutig konsequenter, für viele Bürgerliche und Beamte ein ungemütlicher Querdenker. Er wusste, dass er gegen den Strom schwimmen muss, um zur Quelle zu gelangen. Seine Kraftquelle war die Sonne, das Wasser, der Sand … das sinnlich pralle Leben in den Naturelementen!

In den Donau-Auen entdeckte er eine kleine Schotterinsel, die ihn derart anzog, dass er sie immer wieder von Neuem aufsuchte. Hier im Gänsehäufel, und nur hier, wollte der zivilisationskritische, lebensreformerische Berndl seine Ideen von Sand-, Luft-, Licht- und Sonnenkuren umsetzen und sich eine Existenz aufbauen.

Im Jahr 1900 pachtete er kurzerhand ein Joch, das sind 5.755 m2, von der Niederösterreichischen Donauregulierungskommission, um offiziell 'Edelweiden zu kultivieren'.

 
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