Berndls Traum von 'Neu-Brasilien'

Auf dem nahe gelegenen 'Lettenhaufen' beim 'Kleinen Wasser' gründete Berndl eine Gartensiedlung mit dem exotischen Namen 'Kolonie Neu-Brasilien'. Sodann verpachtete er Landstriche zur Kultivierung nach den Ideen des 'Dr. Schreber'.
Dabei unterlag Berndl einem Irrtum, denn tatsächlich hatte sich Schreber für einen kinderfreundlichen Spiel- und Turnplatz engagiert. Es war der Lehrer Heinrich Karl Gesell, der auf dem ersten Modellspielplatz in Leipzig, mit seinen Schülern ein kleines prachtvolles Gärtchen einrichtete. Gesells Erfolg ermutigte die Menschen und setzte eine fulminant wachsende Gartenbaubewegung in Gang.

Berndls Projekt der alternativen Gartenkultur an der Alten Donau war jedoch wenig Erfolg beschieden. Die neuen Siedlerfamilien verweigerten Berndl die 'Regentschaft' in ihren kleinen Grünparadiesen und gründeten kurzerhand eigene Vereine. Damit leiteten die Kleingarten-Pioniere von 'Neu-Brasilien' in Wien den Aufschwung einer überaus populären Tradition ein, die bis heute die Wiener Freizeit- und Wohnkultur prägt: das 'Garteln' in den eigenen vier Zäunen mit Häuschen, im 'Schrebergarten'.

 
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