Das letzte Aufbäumen vor der Auslöschung

Im austrofaschistischen Ständestaat wurden die Nudisten von selbsternannten christlichsozialen Moralhütern näher unter die Lupe genommen.

Das Naziregime tolerierte das Wildbaden offiziell, die lebensreformerischen Ideen vom gesunden und kräftigen Körper wurden ideologisch instrumentalisiert.

Trotz der Schreckenszeit der Nazi-Diktatur tummelten sich im Gänsehäufel auf weitaus kleinerer Fläche ungefähr so viele Badegäste wie heute. Jüdinnen und Juden wurde allerdings bereits ab 1938 der Zutritt zu den öffentlichen Bädern der Stadt Wien verboten.

Im Kriegsjahr 1943 wurde im Gänsehäufel die damalige Rekordmarke von 550.000 Badegästen erreicht! Das lag wohl daran, dass es so gut wie keine andere leistbare Freizeiteinrichtung und Unterhaltungsmöglichkeit gab. Zudem war der Aufenthalt im Bad für viele die Chance, eine Auszeit vom sorgenvollen Alltag zu nehmen.

Die Situation änderte sich in den letzten Kriegsjahren schlagartig. Die Alliierten hatten die im Nahbereich an der Unteren Alten Donau angesiedelten Industriebetriebe sowie militärische Infrastrukturen als strategische Ziele für massive Bombardements im Visier. Und weil man im Gänsehäufel eine militärische Sendeanlage vermutete, wurde das kleine Badeparadies an der Alten Donau ebenso zerbombt und in eine qualmende Kraterlandschaft verwandelt.

 
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