Der Höhenflug des Gänsehäufels

Mit der Arbeiterkultur erlebte im Roten Wien auch das Strandbad Gänsehäufel einen kometenhaften Aufstieg. Es wurde ständig ausgebaut und erweitert –bereits damals zu einem der größten Strandbäder Binneneuropas!

Die stolze Zahl von 270.994 Badegästen im Jahr 1927 wurde auf jeweils knapp 400.000 in den Jahren 1928 und 1929 gesteigert.

Für Sozialkontakte und Unterhaltung war gesorgt: Restaurants und Espressi verbreiteten mediterranes Urlaubsgefühl, es wurde 'Ping-Pong' und Tennis gespielt, zum Fünf-Uhr-Tee getanzt, bei Kabarettprogrammen gelacht, bei Modeschauen gestaunt, und zwischendurch geliebäugelt, 'angebandelt' und geschmust.

In den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg wurde der Sandstrand auf 1.200 Meter Länge und 60 Meter Breite künstlich erweitert. Beide Geschlechter badeten zusammen, egal ob verheiratet, verliebt oder als Single. In das weiter bestehende, abgetrennte Damen- und Herrenbad ging jetzt nur noch, wer unter sich sein oder nahtlos braun werden wollte.

 

Kinder erhielten Schwimmunterricht in der alten Schwimmschule. Sie trugen dabei einen Schwimmgürtel, einen Gummizug mit aufgefädelten Korkziegeln, um den Bauch geschnallt und waren mit einer Schnur an einer Stange angebunden.
Sozial bedürftige und kranke Kinder aus Wien fanden Aufnahme in der wiedereröffneten 'Tages-Erholungsstätte Gänsehäufel'.

 

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